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Frühling ist da!

Kaum sind die ersten Knospen aufgesprungen, die ersten Krokusse und Veilchen erblüht, beginnt eine erste, herrlich intensive, Arbeitszeit von uns Kräuterhexen. Wenn alles blüht und wächst, ist natürlich der Drang umso intensiver da, möglichst alles, möglichst viel zu verarbeiten, zu erhalten, für uns Menschen nutzbar zu machen: Küche, Kosmetik, Schönheit.

Dazu kommt aber, dass nicht jedes Kraut gleich Kraut ist. Jedes hat andere Verwendungsmöglichkeiten, andere Sammelzeiten, andere Zubereitungen. Viel muss überlegt werden – am besten und sinnvollsten noch, bevor man mit dem Sammeln loslegt. Deswegen möchte ich euch ein paar Tipps geben, auf was ihr alles achten müsst, bevor ihr rausgeht in die Natur und euch die kostbaren Kräuter mit nach Hause nehmt. Schade, wenn ihr nachher vielleicht was wegwerfen müsst, oder euch schlecht wird – nur weil ich schlecht vorbereitet seid!

Heute die wichtigste Frage:

  1. Welche Pflanze braucht ihr? Was wollt ihr daraus machen?

Es ist zu verlockend, einfach drauflos zu marschieren und hie und dort etwas mitzunehmen, weil – vielleicht kann ich es ja auch gleich brauchen. Schlüsselblume – ah die kann ich trocknen. Oh, dort ist ein Veilchen – perfekt zum Salbenmachen. Und schau, die Blätter des Scharbockskraut sind da – kann ich toll zu einem Salat geben. Besser ist es, sich vorher zu überlegen, was man alles machen könnte. Aber auch hier gilt: Keine zu fixen Ideen haben, die Natur hat immer wieder Überraschungen parat.

Ist es ein gutes Jahr?

Mein Ratschlag ist, aber das werden die meisten sowieso machen – mal zu schauen, was denn heuer besonders gut wächst. Letztes Jahr zum Beispiel war es ein „Lungenkrautjahr“:. Überall in den lichten Auen sah man es blühen: ein blaues und rosa Blütenmeer, soweit das Auge reichte. Das ist nicht unbedingt üblich, es gibt Jahre, da sind sie kaum zu finden. Letztes Jahr war daher klar: Lungenkraut wurde gesammelt und verwertet. Ich habe es hauptsächlich getrocknet und als Tee verwendet – in diesem Winter konnte ich es sehr gut gebrauchen.

Ich kann mich erinnern, letztes Jahr war hingegen absolut kein Johanniskraut-Jahr. Der Juni war schon recht heiß,  das Johanniskraut ist kaum gewachsen und trug nur wenig Öl. Das Öl, das ich daraus gewonnen habe, war recht farblos und wurde leider auch schnell ranzig, was ich eigentlich so gar nicht kenne. Ergo: Letztes Jahr war kein gutes Johanniskraut-Jahr. Ich hätte auf das Öl verzichten können und stattdessen ein Öl aus der Braunelle ansetzen sollen, das ist wie das Lungenkraut reichlich gewachsen. Anwendungstechnisch gibt es kaum einen Unterschied. Manchmal muss man sich auch von seinen fixen Ideen verabschieden und stattdessen immer mit offenen Augen durch die Natur gehen: Sie zeigt einem, was gut ist.

Also immer im Hinterkopf behalten: Was blüht heuer besonders viel? Was wächst reichlich? Das ist es auch, das ihr sammelt sollt. 

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