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01 Mai

Löwenzahnmarmelade

Der süß-säuerliche Geschmack der Löwenzahnmarmelade passt perfekt zum flaumigen Biskuitteig (© Mayr)

Gleich vorweg, Löwenzahnmarmelade verlangt Geduld und Zeit, die sollte man also mitbringen. Es lohn sich aber auf alle Fälle, der Geschmack ist superlecker. Ich verwende sie etwa anstatt von Marillenmarmelade als Kuchen- oder Palatschinkenfüllung. Lecker!

Rezept Löwenzahnmarmelade

  • 3 Handvoll junge, frisch aufgegangene Löwenzahnblüten
  • 1 Bio-Zitrone
  • 1,2 l Wasser, alternativ: 0,7 l Wasser und 0,5 l Apfelsaft
  • 1 P. Gelierzucker 1:2

1. Die Blüten am besten zu Mittag sammeln, da sind sie weder zu nass vom Morgentau noch zu trocken von der Mittagssonne. Dann werden die gelben Kronblätter von den Kelchen abgezupft. Das ist viel Arbeit, aber es lohnt sich, da das Grün die Marmelade einfach bitter macht.

2. Die abgezupften Kronblätter nun mit dem Wasser oder Wasser-Saft-Gemisch übergießen und die in Scheiben geschnittene Zitrone dazugeben. Ich habe beide Varianten probiert, einmal nur Wasser, einmal mit Apfelsaft gemischt – mit Apfelsaft schmeckt es eine Spur eleganter. Alles aufkochen und ca. 10 Minuten köcheln lassen. Danach muss das Gemisch mal über Nacht, besser einen ganzen Tag, zugedeckt stehen.

3. Am nächsten Tag werden die Zitronenscheiben entfernt und die Masse püriert. Mein Pürierstab schafft nicht alle Kronblätter, ein paar bleiben immer ganz. Aber das stört nicht, ganz im Gegenteil. Nach dem Pürieren gibt man den Gelierzucker hinzu und nach Packungsanleitung ca. 4 Minuten kochen lassen. Danach in saubere Gläser füllen (3-4 x0,5l).

Mein Tipp: Auf jeden Fall eine Gelierprobe machen! Letztes Jahr ist mir die Marmelade viel zu flüssig geraten, dieses Jahr fast eine Spur zu fest. Ich habe die Mengenangaben im Rezept noch leicht angepasst, es sollte so stimmen.

Rezept Biskuitroulade mit Löwenzahnmarmelade

(nach Ingrid Pernkopf, der besten oberösterreichischen Köchin)

Zutaten:

  • 8 Eidotter
  • 20 g Staubzucker (für den Dotter)
  • 5 Eiklar
  • 80 g Kristallzucker (für den Schnee)
  • 80 g glattes Mehl
  • ev. 1 Löffel Maizena
  • Salz
  • geriebene Zitronenschale
  • Zucker für die Unterlage
  • ca. 250 g Löwenzahnmarmelade (oder Marille)

Zubereitung:

1. Backofen auf 165-175 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen (je nach Herd). Ein Backblech mit Backpapier vorbereiten.

2. Zuerst den Dotter mit dem Staubzucker schaumig rühren (dauert ca. 10 Minuten, Biskuitteig muss gut gerührt werden).

3. Danach den Eischnee mit dem Kristallzucker zu einen cremigen Schnee schlagen (unbedingt aufpassen, dass er nicht ausflockt! Am besten den „Kopf-über-Test“ machen: sobald man den Topf umdrehen kann, ohne dass der Schnee herausfällt, ist er fertig 😉 )

4. Das Mehl sieben und dann abwechselnd mit dem Schnee unter die Dottermasse mengen. Ev. einen Löffel Maizena hinzugehen, je nachdem wie kompakt die Masse ist. Nicht lange rühren, damit die Masse nicht zusammenfällt.

5. Die Masse gleichmäßig auf das mit dem Backpapier belegte Blech streichen. Die Masse je nach Herd 11-12 Minuten backen. Sie ist fertig, wenn sie 1. oben schon leicht gebräunt ist und 2. sie leicht nachgibt und sich fluffig anfühlt, wenn man sie mit der Hand andrückt. Bitte nicht zu lange backen, sonst wird sie hart.

6. Während des Backens ein frisches Geschirrtuch vorbereiten und dieses mit Staubzucker bestreuen.

7. Die fertige Roulade nun direkt aus dem Rohr auf das Geschirrtuch stürzen. Das Backpapier vorsichtig abrollen, so dass die Roulade nicht bricht (mit kaltem Wasser bestreichen hilft). Den Biskuitteig sofort einrollen und etwas abkühlen lassen (sie soll aber noch warm bleiben). Danach wieder vorsichtig ausrollen und mit der Löwenzahnmarmelade bestreichen. Wieder einrollen und fertig ist die Marmelade.

Viel Spaß beim Nachkochen!

Eure Elisabeth

23 Apr

Löwenzahnhonig

Selbstgemachter Löwenzahnhonig, schmeckt wunderbar und tut gut. (© Mayr)

Taraxacum officinale heißt er auf Latein, der Löwenzahn, und beweist uns mit seinem „officinale“, dass er eine wirklich, echte, originale Heilpflanze ist. Denn: Alle Pflanzen, die für Heilzwecke verwendet wurden, tragen bis heute den Beinamen „officinale oder officinalis“ (Calendula officinalis, Rosmarinarius officinalis, … )

Der Löwenzahn ist das beste Beispiel, welche verborgenen Talente in „UnKräutern“ stecken können. Landwirte und Gartenliebhaber mögen ihn nicht, deswegen ist seine Bekämpfung in vielen Unkrautbüchern zu finden. Er verdrängt gern andere Pflanzen und nimmt diesen Nährstoffe weg. Außerdem liegen die Blätter eng am Boden – darunter ist kein Platz mehr für anderes Grün.

Ich und viele andere Kräuterhexen lieben den Löwenzahn nichtsdestotrotz und erfreuen uns an seiner Blüten- als auch Heilkraft. Da ich jedes Jahr ein neues Rezept mit meinem Taraxacum ausprobiere, habe ich mich dieses Jahr dazu entschlossen, es mal mit dem Löwenzahnhonig zu versuchen. Ich habe auch einen zweiten Versuch mit der Löwenzahnmarmelade gestartet – letztes Jahr ist sie mir nach einer Woche schlecht geworden – aber dazu ein anderes Mal.

Löwenzahnhonig ist eigentlich falsch, es ist ein Sirup, der aber – so wenn er sorgfältig zubereitet wird – wie echter Honig schmeckt. Da ich Honig liebe, vor allem den von unseren Bienen, musste ich das probieren. Noch vorweg, er ist einfacher vorzubereiten als Löwenzahnmarmelade, da das Auszupfen der einzelnen (!) Löwenzahnblüten wegfällt.

Ich habe dann ein Rezept für den Löwenzahnhonig bei Willfort gefunden (immer noch meine Bibel der Naturheilkunde), es aber leicht abgewandelt:

  • 3 Hände voll Löwenzahnblüten
  • 2 l Wasser
  • 1,8 kg Zucker
  • Saft von 2 Bio-Zitronen (Willfort hat in den 50er Jahren noch nicht von Bio Zitronen geschrieben, zugegeben .. aber ich denke, heute würde er es schreiben)

Die Löwenzahnblüten waren schnell gesammelt. Dann hieß es, daraus einen Tee zuzubereiten: Ab damit in einem Topf, mit dem 2 l kochendem Wasser aufgegossen und mal ein paar Stunden (ich habe ihn 6 h, Gertrude Messner schreibt von bis zu 12h ) ziehen gelassen. Danach wird er abgeseiht und mit dem Zucker aufgekocht. Mit den Saft der beiden Zitronen wird er nun laut Willfort „eingekocht, bis eine sirupartige, fadenziehende Masse entsteht“. Derweil soll man immer umrühren (sonst klebt der Zucker am Boden an) So, ich habe alles nach Anleitung gekocht, aber das Einkochen hat gedauert, und gedauert, und gedauert. Nach einer Stunde ist mir das Ganze schon etwas seltsam vorgekommen – ich war meilenweit von der gewünschten „sirupartigen“ Masse entfernt, es blieb flüssig wie Wasser. Und von Zeitangaben, wie lange die Masse köcheln sollte, war nichts zu lesen. Ich hab dann nochmal bei Gertrude Messner nachgelesen, die empfiehlt mehr Zucker als Wasser, also habe ich noch einen „guten Schuss“ Zucker nachgelehrt.

Im Endeffekt habe ich den Sirup gute 4 Stunden leicht köcheln lassen. Ich hab immer wieder eine „Gelierprobe“ – wie beim Marmelademachen – gemacht und als der Sirup dann eine schöne dunkelrote Farbe hatte und ENDLICH die gewünschte Honigkonsistenz erreicht hatte, wurde er in sterile Gläser gefüllt.

Halleluja, mein erster Löwenzahnhonig ist fertig und siehe da, er schmeckt wunderbar!!!

Löwenzahnhonig, die Essenz des Löwen. (© Mayr)
16 Apr

Veilchentee

Wenn sich bei Husten der Schleim gar nicht lösen will, hilft reiner Veilchentee, stärker wird die Mischung wenn man sie mit Hufflattich, Spitzwegerich und Zinnkraut mischt. Bei Keuchhusten hat sich die Mischung Veilchen-Thymian bewährt

Reiner Veilchentee hilft auch dabei, die letzten Wintertage gelassener zu sehen – er ist eine Wohltat fürs Gemüt. Vor allem junge Mädchen springen gut darauf an, aber natürlich auch ältere Semester (wie ich 😉 ). Ich halte es nach dem Vorsatz: wenn viel Veilchen ums Haus wachsen, dann brauche ich es gerade.

1-2 EL frisches oder trockenes Veilchenkraut in 1/2 l Wasser 2 h lang kalt ansetzen, dann lauwarm erhitzen. Mit Honig süßen und die Menge den Tag über verteilt trinken.

Mischtee gegen (Keuch)Husten: Zu gleichen Teilen Thymian und Veilchen mischen. Zubereitung wie oben.

Mischtee gegen schleimigen Husten: 2 Teile Veilchenblätter, 4 Teile Huflattichblätter, 4 Teile Tyhmian, 5 Teile Spitzwegerich, 5 Teile Zinnkraut mischen. 1 EL der Mischung mit kochenden Wasser aufgießen. 5-10 Minuten ziehen lassen, mit Honig süßen.

Ein guter Veilchentee im Frühling reinigt uns innerlich und ist gut für das Gemüt.
15 Apr

Veilchensirup

Bei Husten hat sich Veilchensirup bewährt. Der Nachteil bei dieser Methode – ich sag es ganz ehrlich – ist viel Arbeit und man braucht viele Veilchenblüten, und hierfür verwendet man nur Blüten, nicht das Kraut. Ich habe ihn letztes Jahr zum ersten Mal gemacht (leider kein Foto!), weil wir so viele Veilchen vor dem Haus hatten.

Man gieße auf 1 l gut zusammengepresste Veilchenblüten 1 l kochendes Wasser und lässt es 12 h ziehen. Danach abseihen und den Saft wieder bis knapp vor dem Siedepunkt erwärmen und dann erneut auf 1 l frisch gepflückte Veilchenblüten. Dann lässt man ihn wieder 12 h stehen. Man kann den Vorgang dann noch 2 mal wiederholen – die Quellen schreiben, je öfter desto besser – aber mir gehen die Veilchenblüten dann aus, also mach ich es höchstens zweimal. (Bitte nicht vergessen: maximal 2/3 der Veilchen verwenden, den Rest stehen lassen)

Nach dem letzten Auspressen erhitzt man den Saft nochmals und lässt ihn abkühlen. Wenn er handwarm ist gibt man so viel Honig hinzu, bis ein sirupartiger Brei entsteht.

Dieser Brei, löffelweise eingenommen, hilft bei Schlaflosigkeit, löst die Verschleimung der Atemwege und stärkt das Herz. (Es soll auch gegen Liebeskummer helfen 😉 ) Die Häufigkeit richtet sich nach Vorliebe, 3-6x am Tag.

Man kann den Sirup mit Gerstenwasser strecken.

14 Apr

Veilchenessig

Ich mache sehr gerne Veilchenessig, weil er erstens sehr schmackhaft ist – für alle jene, die den Veilchenduft nicht so gerne mögen , der Essig ist wirklich sehr dezent – und zweitens so gut für meine Haut ist (auch wenn ich kein junges Mädchen mehr bin)

Man nimmt eine Glasflasche (500 ml), 1 Handvoll Blüten und einen halben l Weißweinessig. Man gibt die Blüten in die Flasche, sie sollen ca. das untere 1/4 bedecken,und dann leert man den Essig darüber, verschließt es gut und lässt es bis zu zwei Wochen an einem warmen Ort stehen. Bitte immer wieder schütteln, so dass kein Schimmel entsteht. Nach zwei Wochen und nachdem die Veilchenblüten ihre Farbe verloren haben seiht man ab und erhält einen erstklassigen Essig. Ausprobieren!

Veilchenessig: gut fürs Gemüt, gut für die Haut. (© Mayr)
05 Mrz

Knospenmazerat

Zutaten, ergibt vier Flaschen à 50 ml

  • 1 g Knospen – frisch gepflückt
  • 100 ml Gylcerin 85 %
  • 100 ml Alkohol 70 %
  • Messlöffel oder digitale Küchenwaage, scharfes (Keramik)Messer, Mulltuch oder Teesieb, Schneideunterlage
  • Folgende Braunflaschen: 1x 20 ml, 4x  50 ml mit Sprühknopf, oder alternativ 2x 100 ml mit Sprühknopf
  • 1 kleinen Trichter

Zubereitung:

Vorweg: Der richtige Zeitpunkt eine Knospe zu pflücken ist der, bevor sie sich öffnet. Sie kann schon ein ganz ein wenig grün hervor blitzen, aber prinzipiell sollte sie noch geschlossen sein und kurz vorm Aufblühen sein. Wann das genau ist, lernt man am besten durch Beobachtung. Keine Sorge, wenn ihr  bei einer bestimmten Pflanze den Zeitpunkt verpasst: bei der nächsten Pflanze gehts vielleicht besser und es kommt ja immer ein nächstes Jahr. Und am Anfang hab ich die Knospen wohl eher zu früh als zu spät gepflückt. Ganz ehrlich, bei der Anwendung merkte ich keinen Unterschied. 🙂

  • Die Knospen frisch pflücken. Man drückt sie dabei vorsichtig mit zwei Fingern ab. Und bitte die Grundregel beachten: Von drei Knospen nur zwei, besser nur eine nehmen, damit der Baum oder Strauch unbeschadet weiterwachsen kann. 1 Gramm ist wenig. Am Anfang nahm ich mir noch gerne die Löffelwaage mit, mittlerweile hab ich es schon im Gespür, wie viel ich brauche. Übrigens: hier eine klare Kaufempfehlung für eine Löffelwaage, die ist für diese kleine Mengen wirklich genial. Ich benutze eine von Söhnlein. [amazon text=Amazon&asin=https://www.amazon.de/Soehnle-66220-Digitale-K%C3%BCchenwaage-Cooking/dp/B00JP8UMFG/ref=sr_1_2?ie=UTF8%26qid=1520974078%26sr=8-2%26keywords=l%C3%B6ffelwaage]
Frische Knospen von der Hasel.

Nachdem man die Knospen gesammelt hat, ich nehme dafür entweder eine kleine Schatulle oder ein Leinentuch, zerkleinert man sie mit einem Keramikmesser und füllt sie in die 20ml Braunflasche.

Zerkleinert duften sie wunderbar.

Danach gibt man mit einem Trichter 10 ml Glycerin und 10 ml Alkohol dazu, also halb halb. Die Braunflasche gut verschließen und schütteln. Danach an einem warmen, nicht sonnigen Ort stellen und zwei bis drei Wochen stehen lassen. Jeden Tag schütteln nicht vergessen.

Gut verschließen und: warten!

Danach das Mazerat durch ein Teesieb, ein Mulltuch, etc. in ein Becherglas abseihen und mit 90 ml Glycerzin und 90 ml Alkohol vermischen. Das Glasschwenken oder umrühren, damit sich das Mazerat mit den beiden gut vermischt. Das nun fertige Gemisch in die vier Braunflaschen à 50ml abfüllen und mit einem Sprühknopf verschließen.

Anwendung und Dosierung:

Als Vorbeugung zwei bis dreimal täglich ein Sprühstoß direkt in den Mund geben. Das Mittel wird direkt über die Mund- und Rachenschleimhaut aufgenommen. Auch für Kinder ab sieben Jahren geeignet.

Akuthilfe: viertelstündlich einnehmen, bis die Beschwerden nachlassen. Danach langsam reduzieren.

Nebenwirkungen:

Gemmomittel werden gut vertragen. Es kommt immer auf die Pflanze an, welche „Neben“wirkungen möglich sind: manchmal wird das Hautbild schlechter (bei reinigenden Pflanzen) oder man schwitzt mehr, Frauen haben mehr Ausfluss.

18 Apr

Wie man einen perfekten Fliedersirup macht

Heute möchte ich euch ein Rezept vorstellen, das streng genommen nichts mit Unkräutern zu tun hat, geht es doch um den wunderbaren Flieder. Flieder ist definitiv eine meiner Lieblingspflanzen, alleine der Duft und die Blütenpracht plus, Sträucher und Hecken haben es mir ja sowieso angetan. Ich weiß nicht, aber wenn ich Flieder höre werde ich plötzlich wieder in meine Kindheit zurückversetzt, „Wenn der weiße Flieder wieder blüht“ läuft im Fernsehen und ich hatte den ganzen Tag nichts aufregendes zu tun, als die Welt zu entdecken und mich zwischendurch wahnsinnig toll zu langweilen (gut, das toll ist ein Empfinden im Rückblick, als Kind hat mich die Langeweile eher wahnsinnig gemacht)

Fliedersirup zu machen ist nicht schwer, also sobald er blüht – ran an den Strauch.

Info vorweg: Flieder ist ursprünglich immer lila oder purpurfarben, weißer, gelber oder blauer Flieder ist eine Züchtung.  Und: Je dunkler die Fliederblüten, desto dunkler wird auch der Sirup. Bei uns im Garten wachsen zum Glück die purpurfarbenen Fliederbäume

Das braucht ihr: 

1,5 l Wasser
1kg Zucker
8 große, purpurfarbene Fliederblütendolden
1 Biozitrone, unbehandelt!
20 g Zitronensäure

 

  1. Man nehme noch die jungen Fliederblütendolden, frisch erblüht. Achtet darauf, dass es zuvor nicht geregnet hat. Der Flieder hat das meiste Aroma wenn er trocken ist. Beste Sammelzeitpunkt, wie bei den meisten Kräutern: vormittags.
  2. Die Fliederblüten werden nun ganz sachte abgezupft. Bitte achtet darauf, dass ihr nur die Blüten nehmt und nicht das Grün, der Geschmack könnte sonst darunter leider leiden.
  3. Danach wird das Wasser gemeinsam mit dem Zucker aufgekocht, so dass sich der Zucker schön auflöst.
  4. (dauert ca. 2 Minuten). Abkühlen lassen (handwarm).
  5. Fliederblüten mit der Zitronensäure und den Zitronen obenauf in eine Schüssel geben und das Zuckerwasser draufgießen.
  6. Alles zudecken und dann 5-6 Tage an einem kühlen Ort stehen lassen.  Bei mir  stand er im Kühlschrank, falls das bei euch der Fall ist – achtet darauf, dass der Topf reinpasst, ich musste das erste Mal umfüllen. Ein kühler Keller geht sicher auch.
  7. Zweimal täglich umrühren!
  8. Nach 5-6 Tagen durch ein Mull- oder Leinentuch abseihen und in saubere Flaschen füllen.
  9. Genießen!

Weil immer wieder die Frage aufgetaucht ist: Die Farbe meines Sirups war tatsächlich so rosa. Ich weiß nicht genau, warum meiner so intensiv rosa wurde (und nein, das ist nicht Fotoshop, der sieht tatsächlich so aus!) Ich denke, es hat mit den dunkelrosa Fliederblüten zu tun, und, eventuell auch mit der echten Zitrone. Wenn ich ihn nur mit Zitronensäure mache, wird er blasser. Aber – das letzte ist reine Vermutung!

Übrigens: Vom Geschmack her ost er sehr gewöhnungsbedürftig, da er wirklich recht intensiv nach Flieder schmeckt. Ich trinke ihn selten als Sirup, sondern mische ihn mit Wein oder Sekt. Am liebsten ist er mir allerdings als kleines Mitbringsel, die Leute freuen sich immer sehr darüber. Und, exzessives Fliedersiruptrinken hat Auswirkungen, denn:

Fliedersirup war früher ein altes Hausmittel bei chronischer Verstopfung. Er wirkt leicht abführend. Darum ihn bitte nicht exzessiv genießen, bzw. falls doch, dann nicht wundern, wenn die Darmtätigkeit angekurbelt wird! Früher wurde er außerdem mehr oder minder erfolgreich gegen Würmer und Darmparasiten eingesetzt. Heute ist Fliederessenz sehr beliebt in der Hautpflege.

In der Aromatherapie wird das Fliederöl übrigens zur Beruhigung und gegen Ängste eingesetzt. Außerdem soll es die sensible Seite eines Menschen fördern. Feeling hat welche im Angebot hier. Mein Tipp: Zuerst riechen, bevor man bestellt. Das reine ätherische Öl duftet sehr intensiv. Aber wie auch immer: reine ätherische Öle sind Duftölen immer und jederzeit vorzuziehen.

Das Besondere an Flieder ist, dass er nur einmal in Jahr für zwei bis drei Wochen blüht. Er wirft sich in diesen wenigen Wochen sehr in Schale, kaum ein anderer Strauch wird so wahrgenommen wie er, alleine  sein Duft ist charakteristisch.

17 Apr

Taubnesselsirup

Die Taubnessel mit ihrem süßen Nektar liefert einen köstlichen Sirup. (© Mayr)

Gleich vorneweg: Man kann ihn aus weißen, roten oder gelben Taubnessel zubereiten.

Was braucht man:

  • 1 l warmes Wasser
  • 1 kg Zucker
  • 20 g Zitronensäure
  • 3 Handvoll frische Taubnesselblüten. Ich mache mir die Arbeit und zupfe die einzelnen Taubnesselblüten ab. Das ist noch lange nicht so schlimm, wie beim Löwenzahn, aber es ist schon etwas eine „Fuzzelarbeit“. Aber er schmeckt so viel feiner als mit dem Grün.

Die frischen Blüten und gebe ich in ein weites Gefäß. Ich nehme immer eine große Keramikschüssel. Dann gebe ich das warme Wasser dazu und lasse alles ca. einen Tag stehen.  Dann gieße ich das Ganze durch ein Leinen- oder Strudeltuch in einen Topf.

Der Topf kommt auf den Herd, 1 Kilo Zucker (auf 1 l Flüssigkeit gerechnet! Bleibt einem nach dem Abgießen weniger Flüssigkeit über, dann entweder weniger Zucker nehmen oder noch etwas Wasser dazugeben. Es soll ausgeglichen sein) und 20 g Zitronensäure dazugeben und langsam zum Kochen bringen. Alles soll sich schön auflösen. Nachdem der Sirup aufgekocht ist füllt man das ganze in saubere Flaschen ab.

Am besten nimmt man ganz junge Blüten, die frisch aufgegangen sind.

Fotos folgen! Die letzten sind leider viel zu dunkel geworden.