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30 Apr

Gundermann

Glechoma hederacea – die blauen Blüten wurden früher dem Wettergott Donar zugeordnet. (© Mayr)

Heute ist Walpurgisnacht. Ein fast vergessener Brauch und ein Anlass, um eine alte Schutzpflanze vorzustellen, die man früher in der Walpurgisnacht gesammelt hat: die Gundelrebe oder Gundermann.

Der Gundermann ist eine alte, germanische Heilplanze, die mit ihren blauen Blüten dem Wettergott Donar zugeordnet wurde. Sie wurde gesammelt, um vor Blitzschlag zu schützen.

It’s a kind of magic

Der Gundermann zählte zu den Schutzpflanzen und man glaubte, dass sie bösen Zauber abwehren. Hörten etwa Kühe, Ziegen oder Schafe auf, Milch zu geben, gab man bösen Dämonen die SChuld und glaubte, diese hätten das Euter verhext. Gundermann war hier das „Erste-Hilfe-Mittel“, wie folgender Auszug aus dem Buch „Albertus Magnus: Bewährte und approbirte sympathetische und natürliche egyptische Geheimnisse für Mensch und Viech“ aus dem Jahre 1834 zeigt:

Wenn einer Kuh das Euter behext ist

Nimm Gundelreben, flechte Kränzlein, milk jeden Strich hinten durch den Fuß dreimal auf die Gundelrebenkränzlein, hernach gieb sie der Kuh zu fressen, und sprich folgende Worte:

Kuh, hier geb ich dir Gundelreben, daß du mir die Milch wolltst geben.

(Albertus Magnus: Bewährte und approbirte sympathetische und natürliche egyptische Geheimnisse für Mensch und Viech“ von 1834, Neuauflage hier kaufen.)

Gundelrebe und Walpurgisnacht

Die Walpurgisnacht geht auf das Frühlingsfest der Kelten, „Beltane“, zurück, ein Freudenfest, um den Beginn des Frühlings zu feiern. Ausgelassen waren die Feiern, mit viel Musik, Tanz und Wein. Zentrum war ein großes Feuer oder auch ein Baum, um die getanzt wurde. Gefeiert wurde der Sieg über den Winter – zumindest in diesem Jahr.

„Ein bißchen Diebsgelüst, ein bißchen Rammelei. So spukt mir schon durch alle Glieder die herrliche Walpurgisnacht.“ (Faust)

Dass der Kirche des Mittelalters das bald zu heidnisch war, war abzusehen und schon war aus dem Freudenfest „Beltane“ der Hexentanz am Blocksberg gemacht worden. Nur die Maifeierlichkeiten sind erhalten geblieben – bis heute.

Ob Kelten oder Kirche, die Bedeutung der Walpurgisnacht als eine der großen Raunächte war tief im Volksglauben verankert. Es war eine magische Nacht, viele Bräuche und Riten sind damit verbunden – denke man an die Wurzel der Alraune, die nur in der Walpurgisnacht bei Vollmond ausgegraben werden durfte.

Auch die Gundelrebe war eine der Pflanzen, die in der Walpurgisnacht gesammelt wurden. Sie sollte Schutz für Mensch und Tier bringen. Mit Salz und Hafer hat man sie etwa dem Vieh zum Essen gegeben, um es für das ganze Jahr vor Verhexung zu schützen. Der Gans oder den Hühner wurde ein Kranz ins Nest gelegt.

Der Gundermann der Walpurgnisnacht diente auch dazu, um Hexen zu erkennen. Flocht man in der selben Nacht noch einen Kranz und trug diesen am nächsten Tag am Kopf, bekam man die „Hellsicht“ und sah, wer in Wahrheit eine Hexe ist, denn diese hatten Melkeimer oder Schemel am Kopf Gruselig, oder?

Übrigens: Volksglauben oder nicht, der Gundermann gehört in die Gründonnerstagssuppe, einfach weil er gesund ist und gut schmeckt.

23 Apr

Löwenzahnhonig

Selbstgemachter Löwenzahnhonig, schmeckt wunderbar und tut gut. (© Mayr)

Taraxacum officinale heißt er auf Latein, der Löwenzahn, und beweist uns mit seinem „officinale“, dass er eine wirklich, echte, originale Heilpflanze ist. Denn: Alle Pflanzen, die für Heilzwecke verwendet wurden, tragen bis heute den Beinamen „officinale oder officinalis“ (Calendula officinalis, Rosmarinarius officinalis, … )

Der Löwenzahn ist das beste Beispiel, welche verborgenen Talente in „UnKräutern“ stecken können. Landwirte und Gartenliebhaber mögen ihn nicht, deswegen ist seine Bekämpfung in vielen Unkrautbüchern zu finden. Er verdrängt gern andere Pflanzen und nimmt diesen Nährstoffe weg. Außerdem liegen die Blätter eng am Boden – darunter ist kein Platz mehr für anderes Grün.

Ich und viele andere Kräuterhexen lieben den Löwenzahn nichtsdestotrotz und erfreuen uns an seiner Blüten- als auch Heilkraft. Da ich jedes Jahr ein neues Rezept mit meinem Taraxacum ausprobiere, habe ich mich dieses Jahr dazu entschlossen, es mal mit dem Löwenzahnhonig zu versuchen. Ich habe auch einen zweiten Versuch mit der Löwenzahnmarmelade gestartet – letztes Jahr ist sie mir nach einer Woche schlecht geworden – aber dazu ein anderes Mal.

Löwenzahnhonig ist eigentlich falsch, es ist ein Sirup, der aber – so wenn er sorgfältig zubereitet wird – wie echter Honig schmeckt. Da ich Honig liebe, vor allem den von unseren Bienen, musste ich das probieren. Noch vorweg, er ist einfacher vorzubereiten als Löwenzahnmarmelade, da das Auszupfen der einzelnen (!) Löwenzahnblüten wegfällt.

Ich habe dann ein Rezept für den Löwenzahnhonig bei Willfort gefunden (immer noch meine Bibel der Naturheilkunde), es aber leicht abgewandelt:

  • 3 Hände voll Löwenzahnblüten
  • 2 l Wasser
  • 1,8 kg Zucker
  • Saft von 2 Bio-Zitronen (Willfort hat in den 50er Jahren noch nicht von Bio Zitronen geschrieben, zugegeben .. aber ich denke, heute würde er es schreiben)

Die Löwenzahnblüten waren schnell gesammelt. Dann hieß es, daraus einen Tee zuzubereiten: Ab damit in einem Topf, mit dem 2 l kochendem Wasser aufgegossen und mal ein paar Stunden (ich habe ihn 6 h, Gertrude Messner schreibt von bis zu 12h ) ziehen gelassen. Danach wird er abgeseiht und mit dem Zucker aufgekocht. Mit den Saft der beiden Zitronen wird er nun laut Willfort „eingekocht, bis eine sirupartige, fadenziehende Masse entsteht“. Derweil soll man immer umrühren (sonst klebt der Zucker am Boden an) So, ich habe alles nach Anleitung gekocht, aber das Einkochen hat gedauert, und gedauert, und gedauert. Nach einer Stunde ist mir das Ganze schon etwas seltsam vorgekommen – ich war meilenweit von der gewünschten „sirupartigen“ Masse entfernt, es blieb flüssig wie Wasser. Und von Zeitangaben, wie lange die Masse köcheln sollte, war nichts zu lesen. Ich hab dann nochmal bei Gertrude Messner nachgelesen, die empfiehlt mehr Zucker als Wasser, also habe ich noch einen „guten Schuss“ Zucker nachgelehrt.

Im Endeffekt habe ich den Sirup gute 4 Stunden leicht köcheln lassen. Ich hab immer wieder eine „Gelierprobe“ – wie beim Marmelademachen – gemacht und als der Sirup dann eine schöne dunkelrote Farbe hatte und ENDLICH die gewünschte Honigkonsistenz erreicht hatte, wurde er in sterile Gläser gefüllt.

Halleluja, mein erster Löwenzahnhonig ist fertig und siehe da, er schmeckt wunderbar!!!

Löwenzahnhonig, die Essenz des Löwen. (© Mayr)
20 Apr

Huflattich

Tussilago farfara: der „Hustenvertreiber“ Huflattich. (© Mayr)

Ackerlattich, Brandlattich, Brustlattich, Eselshuf, Bachblümerl, Lehmblümerl, Märzenblume, Roßhuf – so viele Namen trägt der Huflattich, der wohl seinen Namen seiner hufähnlichen Form verdankt.

Heilkunde:

Familie: Korbblütler (Achtung, wenn Sie empfindlich auf Korbblütler reagieren)

Inhaltsstoffe: Schleimstoffe, Bitterstoffe, Gerbstoffe, Pyrrolizidin-Alkaloide, Inulin, Gallussäure, Phytosterine, Zink etc.

Verwendete Pflanzenteile: Blüten und Blätter (kommen nach der Blüte)

Ein Huflattichblatt ist hinten rau und stark beharrt. (© Mayr)

Heileigenschaften: schleimlösend, reizmildernd, entzündungshemmend, fördert Auswurf. Nicht bei Schwangerschaft verwenden!

Heilandwendungen und Rezepte: Der Huflattich ist ein altbewährtes Hustenmittel. Schon der griechische Arzt Dioskorides empfahl bei Husten und Asthma Huflattich zu rauchen. Er hilft bei Bronchitis und bei Reizhusten.

Für den HuflattichTee nimmt man 1TL trockene Blüten und/oder Blätter und gießt mit einem 1/4 l heißen Wasser auf. Nur kurz ziehen lassen (2 Min.) und trinkt ihn ev. gesüßt mit Bienenhonig. Tipp für Bronchitis, um das Abhusten am Morgen zu erleichtern (nach R. F. Weiß): Es hilft, wenn die erste Tasse Huflattich-Tee morgens noch im Bett getrunken wird. Dafür bereitet man den Tee am Vorabend zu und lässt ihn in einer Thermoskanne neben den Bett stehen.

Lungenheil-Tee Hufflattichblüten und -blätter, Königskerze oder Veilchen, Lungenkraut und Spitzwegerich zu gleichen Teilen mischen. Für eine Tasse nimmt man 2 EL und übergießt mit heißem Wasser. 5 Minuten ziehen lassen und dann mit Honig süßen. 3x am Tag eine Tasse trinken.

Aber nicht für Husten ist der Huflattich gut, durch das Zink in den Blättern wirkt er entzündungshemmend und hilft bei Verstauchungen und Blutergüssen. Einfach eine Kompresse aus den Blättern zubereiten: frische, grüne Blätter werden fein zerhackt oder im Mörser zu Brei zerstoßen (ich habe keine Mörser, deswegen kommt alles unter das Keramikmesser) und auf die betroffene Stelle aufgelegt. Kompressen sollen auch gegen Kopfschmerzen helfen, ich habe das aber noch nie ausprobiert, bzw. soll es reichen, wenn man die haarige Unterseite der Blätter gegen den Schläfen drückt.

Auch ein Rezept, dass ich noch nie ausprobiert habe – dieses Jahr ist es aber fällig, da so viel Huflattich wächst! – ich möchte es aber gleich mit euch teilen: Huflattich-Tabak. Tabak aus Huflattich wird schon seit der Antike gegen verschleimte Bronchien empfohlen. Also, man nimmt Huflattich-Blätter, trocknet diese 1-2 Tage, dann werden sie leicht mit Wasser angefeuchtet (etwa mit einem Pflanzensprüher). Man legt nun mehrere Blätter übereinander, rollt diese zusammen und lässt sie in leicht feuchten Baumwoll- oder Leinentücher 6 h gären. Dann schneidet man sie auf und trocknet sie schnell im Backrohr bei ca. 40 Grad. Ich denke, ich werde die Mischung dann räuchern. Aber ich berichte, sobald ich fertig bin. 🙂

Brauchtum: Mir wurde erzählt, dass in Tirol früher aus den blühenden Huflattichblüten Girlanden gemacht wurden, die zu Ostern in das Feuer geworfen wurden. In Norwegen war es Brauch, nach den ersten Huflattichblüten zu suchen, weil diese als Frühlingsboten verehrt wurden – vielleicht hat der Tiroler Brauch den selben Hintergedanken, dass man eben damit den Winter endgültig vertrieben glaubte.

Eine schöne gelbe Vielfalt: Huflattich erfreut uns im Frühling mit seinem gelben Blüten. (© Pixabay)

Für die Schönheit

Huflattich hilft bei:

  • fettiger, unreiner Haut
  • fettige Haare, gegen „Fettschuppen“

Was wenige wissen ist, dass sich Huflattich besonders gut für die Schönheit eignet. Leidet man wie ich unter fettiger und unreiner Haut ist ein Dampfbad mit Huflattich sehr zu empfehlen. Dazu nimmt man eine Handvoll Huflattichblätter, übergießt diese mit heißen (nicht mehr kochenden!) Wasser und genießt mit einem Handtuch die Dämpfen.
Reinigt und klärt!

Ähnlich kann man bei fettigen Haar vorgehen. Einfach einen Tee brühen, 15 Minuten ziehen lassen und ihn nach der Haarwäsche in Haar und Kopfhaut einmassieren. Tut gut, riecht gut.

Achtung: Pflanze nicht waschen, sonst gehen die Schleimstoffe verloren!

20 Apr

Ist Huflattich giftig?

Was wurde er in den letzten Jahren verdammt: gefährlich soll er sein, bei Überdosierungen Vergiftungen hervorrufen. Die Apotheken in Österreich stellten 1994 den Verkauf ein. Seitdem darf er nicht mehr innerlich angewendet werden. Mittlerweile geht man davon aus, dass es eigentlich die Blätter der Pestwurz waren, die denen des Huflattichs zum Verwechseln ähnlich sehen, die diese Vergiftungen ausgelöst haben. Das Verkaufsverbot blieb trotzdem aufrecht, da beide Pflanzen Pyrrolizidinalkaloide enthalten (nachzulesen hier).

Pyrrolizidin…-was? 🤔

Pyrrolizidinalkaloide sind sekundäre Pflanzenstoffe, die die Pflanze bildet um sich vor Insektenfraß zu schützen. Man findet sie oft bei Korbblütlern – oder auch bei Hülsenfrüchten. Was ist nun das Schlimme an ihnen? Pyrrolizidinalkaloide schädigen wenn man sie länger oder hoch dosiert nimmt die Leber; sie können Krebs erzeugen und das Erbgut verändern – alles keine wirklich guten Nachrichten. Aber hej, die Pflanze schützt sich mit ihnen. Also, wichtig für uns zu merken: Für Menschen können Lebensmittel und Tees mit Pyrrolizidinalkaloide tatsächlich auf die Dauer gesundheitsschädigend sein – zu den Lebensmittel zählen übrigens auch Honig (!) sowie Schwarz- und Grüntee. Aber, es besteht kein akutes Gesundheitsrisiko. Den genauen Bericht des dt. Bundesdienst für Risikobewertung könnt ihr übrigens hier nachlesen. Ich möchte hier keine Empfehlung oder gar Erlaubnis abgeben, ob und wieviel jede oder jeder vom Huflattich essen oder trinken darf – dafür gibt es Ärzte und Apotheker und die sagen klar, dass es gesundheitlich unbedenklich ist. Für mich ist es eine Heilpflanze, die in meinem Teeschränkchen zuhause ist und davor war sie im Teeschrank meiner Eltern, meiner Großeltern, meiner Urgroßeltern, etc. – sprich, sie gehört einfach dazu. Niemals würde ich sie in meinem Frühstückstee geben (wenn ich Frühstückstee trinken würde, ich trinke immer nur Kaffee).

Ich habe aber eigentlich den Wunsch, die Hoffnung, dass der Huflattich wieder einmal aus der Versenkung auftaucht und als die jahrtausendealte Heilpflanze gewürdigt wird, die er ist. Immerhin haben sie Frankreichs Apotheken bis in die Frühe Neuzeit hinein gerne als Symbol für das Türschild verwendet. Kein Arnika, oder Ringelblume, nein, der Huflattich – so wichtig war er einmal.

16 Apr

Veilchentee

Wenn sich bei Husten der Schleim gar nicht lösen will, hilft reiner Veilchentee, stärker wird die Mischung wenn man sie mit Hufflattich, Spitzwegerich und Zinnkraut mischt. Bei Keuchhusten hat sich die Mischung Veilchen-Thymian bewährt

Reiner Veilchentee hilft auch dabei, die letzten Wintertage gelassener zu sehen – er ist eine Wohltat fürs Gemüt. Vor allem junge Mädchen springen gut darauf an, aber natürlich auch ältere Semester (wie ich 😉 ). Ich halte es nach dem Vorsatz: wenn viel Veilchen ums Haus wachsen, dann brauche ich es gerade.

1-2 EL frisches oder trockenes Veilchenkraut in 1/2 l Wasser 2 h lang kalt ansetzen, dann lauwarm erhitzen. Mit Honig süßen und die Menge den Tag über verteilt trinken.

Mischtee gegen (Keuch)Husten: Zu gleichen Teilen Thymian und Veilchen mischen. Zubereitung wie oben.

Mischtee gegen schleimigen Husten: 2 Teile Veilchenblätter, 4 Teile Huflattichblätter, 4 Teile Tyhmian, 5 Teile Spitzwegerich, 5 Teile Zinnkraut mischen. 1 EL der Mischung mit kochenden Wasser aufgießen. 5-10 Minuten ziehen lassen, mit Honig süßen.

Ein guter Veilchentee im Frühling reinigt uns innerlich und ist gut für das Gemüt.
15 Apr

Veilchensirup

Bei Husten hat sich Veilchensirup bewährt. Der Nachteil bei dieser Methode – ich sag es ganz ehrlich – ist viel Arbeit und man braucht viele Veilchenblüten, und hierfür verwendet man nur Blüten, nicht das Kraut. Ich habe ihn letztes Jahr zum ersten Mal gemacht (leider kein Foto!), weil wir so viele Veilchen vor dem Haus hatten.

Man gieße auf 1 l gut zusammengepresste Veilchenblüten 1 l kochendes Wasser und lässt es 12 h ziehen. Danach abseihen und den Saft wieder bis knapp vor dem Siedepunkt erwärmen und dann erneut auf 1 l frisch gepflückte Veilchenblüten. Dann lässt man ihn wieder 12 h stehen. Man kann den Vorgang dann noch 2 mal wiederholen – die Quellen schreiben, je öfter desto besser – aber mir gehen die Veilchenblüten dann aus, also mach ich es höchstens zweimal. (Bitte nicht vergessen: maximal 2/3 der Veilchen verwenden, den Rest stehen lassen)

Nach dem letzten Auspressen erhitzt man den Saft nochmals und lässt ihn abkühlen. Wenn er handwarm ist gibt man so viel Honig hinzu, bis ein sirupartiger Brei entsteht.

Dieser Brei, löffelweise eingenommen, hilft bei Schlaflosigkeit, löst die Verschleimung der Atemwege und stärkt das Herz. (Es soll auch gegen Liebeskummer helfen 😉 ) Die Häufigkeit richtet sich nach Vorliebe, 3-6x am Tag.

Man kann den Sirup mit Gerstenwasser strecken.

14 Apr

Veilchenessig

Ich mache sehr gerne Veilchenessig, weil er erstens sehr schmackhaft ist – für alle jene, die den Veilchenduft nicht so gerne mögen , der Essig ist wirklich sehr dezent – und zweitens so gut für meine Haut ist (auch wenn ich kein junges Mädchen mehr bin)

Man nimmt eine Glasflasche (500 ml), 1 Handvoll Blüten und einen halben l Weißweinessig. Man gibt die Blüten in die Flasche, sie sollen ca. das untere 1/4 bedecken,und dann leert man den Essig darüber, verschließt es gut und lässt es bis zu zwei Wochen an einem warmen Ort stehen. Bitte immer wieder schütteln, so dass kein Schimmel entsteht. Nach zwei Wochen und nachdem die Veilchenblüten ihre Farbe verloren haben seiht man ab und erhält einen erstklassigen Essig. Ausprobieren!

Veilchenessig: gut fürs Gemüt, gut für die Haut. (© Mayr)
13 Apr

Ei Veilchen liebes Veilchen …

Im Frühjahr geht das Veilchen so manchen Blumen voran. Was es kann und warum wir es lieben. (© Pixabay)

Veilchen, Veigerl, Märzveigerl, Marienstengel, Viola, Öschen, Tagundnachbleamal, Schwalbenblume. So oder so ähnlich wird das kleine zarte lila Blümchen genannt, dass als eine der ersten Blumen sich im Frühling unter der Erde hervorwagt. Kaum ist der erste Schnee weggeschmolzen, ist sie da – und sie kommt fast nie alleine, sondern immer in einem großen lila Blütenschwarm: das wohlriechende, echte Veilchen.

Das Veilchen ist der Frühlingsbote und Symbol der Hoffnung.

Heilkunde

Inhaltsstoffe: Saponine, Glykoside, Bitterstoffe, Odoratin, den Farbstoff Cyamin, sowie Vitamin C und Mineralstoffe.

Verwendete Pflanzenteile: alle. Blüten, Blätter, bzw. das Kraut und die Wurzeln. Die Pflanzenteile werden im Frühjahr gesammelt, die Wurzel im Oktober, November gegraben. Die Blüten, Blätter, Kraut und Wurzel werden langsam im Schatten getrocknet.

Heileigenschaften: äußerlich wundheilend; innerlich blutdrucksenkend, blutreinigend, schleimlösend, harntreibend, schweißtreibend.

Heilanwendungen: Das Veilchen wurde schon in der Antike als Heilkraut verwendet. Alte Quellen belegen, dass es der Persepone geweiht war, als Totenblümchen. Die Hippokratiker benutzten es gerne gegen den berühmten Kater, wiewohl diese Heilwirkung bis heute umstritten ist. Auch für die Erleichterung der Geburt wurde es verwendet. Nach der Antike gerieht das Veigerl in Vergessenheit. Trotz dem Hildegard von Bingen es als das Narbenkraut schlechthin bezeichnete, verdanken wir seine heilkundliche Wiederentdeckung Pfarrer Kneipp. Er lobte den Veilchentee und den Sirup, um zähen Schleim abhusten zu können.

Veilchentee und Veilchensirup helfen bei festsitzenden Husten und sind auswurffördernd. Mit dem Tee gurgelt man bei Entzündungen der Mundschleimhaut und bei Angina. Aber auch auf die Psyche hat das Veilchen großen Einfluss. Sein lieblicher Duft, seine Zartheit, seine Erscheinung im Frühjahr, zu Beginn des Jahres, macht es zu einem Begleiter für junge Mädchen. Es soll dies die Heilpflanze schlechthin für sie sein.

Das Veilchen ist die Pflanze der jungen Frauen.

Einer meiner Stammbuchsprüche.

Das Veilchen hat eine beruhigende Wirkung. Sein Duft hilft beim Nervosität, der Tee hilft bei Unruhe und beim Einschlafen. Früher wurde der Tee gegen Hysterie bei Frauen verwendet (ich muss dazusagen: ich distanziere mich scharf von dem Ausdruck : hysterische Frau ). Auch gegen Kopfweh soll ihr Duft helfen, nicht umsonst haben sich die Männer früher das Veilchen am Mantelknopf gesteckt – wiewohl, könnte das auch die berühmte Hilfe gegen den Kater gewesen sein? Wer weiß, sicher ist auf jeden Fall, dass die Pflanze auch Symbolpflanze für die junge Liebe war: junge Liebhaber haben ihrer Angebeteten (jung musste sie sein) ein Veilchen geschenkt. Junge Frauen nahmen Veilchenparfum. Nicht umsonst war der Veilchenduft einer der ersten, der synthetisch hergestellt wurde: 1898 kommt das erste, synthetische Veilchenparfum auf dem Markt und wurde – wie zu erwarten – ein voller Erfolg.

Rezepte

Veilchenessig

Ich mache sehr gerne Veilchenessig, weil er erstens sehr schmackhaft ist – für alle jene, die den Veilchenduft nicht so gerne mögen , der Essig ist wirklich sehr dezent – und zweitens so gut für meine Haut ist (auch wenn ich kein junges Mädchen mehr bin)

Man nimmt eine Glasflasche (500 ml), 1 Handvoll Blüten und einen halben l Weißweinessig. Man gibt die Blüten in die Flasche, sie sollen ca. das untere 1/4 bedecken,und dann leert man den Essig darüber, verschließt es gut und lässt es bis zu zwei Wochen an einem warmen Ort stehen. Bitte immer wieder schütteln, so dass kein Schimmel entsteht. Nach zwei Wochen und nachdem die Veilchenblüten ihre Farbe verloren haben seiht man ab und erhält einen erstklassigen Essig. Ausprobieren!

Veilchenessig: gut fürs Gemüt, gut für die Haut. (© Mayr)

Veilchensirup

Man gieße auf 1 l gut zusammengepresste Veilchenblüten 1 l kochendes Wasser und lässt es 12 h ziehen. Danach abseihen und den Saft wieder bis knapp vor dem Siedepunkt erwärmen und dann erneut auf 1 l frisch gepflückte Veilchenblüten. Dann lässt man ihn wieder 12 h stehen. Man kann den Vorgang dann noch 2 mal wiederholen – die Quellen schreiben, je öfter desto besser – aber mir gehen die Veilchenblüten oft aus, also mach ich es höchstens zweimal.

Nach dem letzten Auspressen erhitzt man den Saft nochmals und lässt ihn abkühlen. Wenn er handwarm ist gibt man so viel Honig hinzu, bis ein sirupartiger Brei entsteht.

Dieser Brei, löffelweise eingenommen, hilft bei Schlaflosigkeit, löst die Verschleimung der Atemwege und stärkt das Herz. (Es soll auch gegen Liebeskummer helfen 😉 ) Die Häufigkeit richtet sich nach Vorliebe, 3-6x am Tag.

Man kann den Sirup mit Gerstenwasser strecken.

Veilchentee

1-2 EL frisches oder trockenes Veilchenkraut in 1/2 l Wasser 2 h lang kalt ansetzen, dann lauwarm erhitzen. Mit Honig süßen und die Menge den Tag über verteilt trinken.

Mischtee gegen (Keuch)Husten: Zu gleichen Teilen Thymian und Veilchen mischen. Zubereitung wie oben.

Mischtee gegen schleimigen Husten: 2 Teile Veilchenblätter, 4 Teile Huflattichblätter, 4 Teile Tyhmian, 5 Teile Spitzwegerich, 5 Teile Zinnkraut mischen. 1 EL der Mischung mit kochenden Wasser aufgießen. 5-10 Minuten ziehen lassen, mit Honig süßen.

Kaiserin Elisabeth von Österreich liebte kandierte Veilchen. Bis heute werden sie nach Originalrezeptur vom Demel produziert und sind ein wahrer Geheimtipp.