Warning: Trying to access array offset on value of type bool in /home/.sites/992/site8802551/web/wp-content/themes/fruitful/functions.php on line 577 Warning: Trying to access array offset on value of type bool in /home/.sites/992/site8802551/web/wp-content/themes/fruitful/functions.php on line 577
18 Apr

Wie man einen perfekten Fliedersirup macht

Heute möchte ich euch ein Rezept vorstellen, das streng genommen nichts mit Unkräutern zu tun hat, geht es doch um den wunderbaren Flieder. Flieder ist definitiv eine meiner Lieblingspflanzen, alleine der Duft und die Blütenpracht plus, Sträucher und Hecken haben es mir ja sowieso angetan. Ich weiß nicht, aber wenn ich Flieder höre werde ich plötzlich wieder in meine Kindheit zurückversetzt, „Wenn der weiße Flieder wieder blüht“ läuft im Fernsehen und ich hatte den ganzen Tag nichts aufregendes zu tun, als die Welt zu entdecken und mich zwischendurch wahnsinnig toll zu langweilen (gut, das toll ist ein Empfinden im Rückblick, als Kind hat mich die Langeweile eher wahnsinnig gemacht)

Fliedersirup zu machen ist nicht schwer, also sobald er blüht – ran an den Strauch.

Info vorweg: Flieder ist ursprünglich immer lila oder purpurfarben, weißer, gelber oder blauer Flieder ist eine Züchtung.  Und: Je dunkler die Fliederblüten, desto dunkler wird auch der Sirup. Bei uns im Garten wachsen zum Glück die purpurfarbenen Fliederbäume

Das braucht ihr: 

1,5 l Wasser
1kg Zucker
8 große, purpurfarbene Fliederblütendolden
1 Biozitrone, unbehandelt!
20 g Zitronensäure

 

  1. Man nehme noch die jungen Fliederblütendolden, frisch erblüht. Achtet darauf, dass es zuvor nicht geregnet hat. Der Flieder hat das meiste Aroma wenn er trocken ist. Beste Sammelzeitpunkt, wie bei den meisten Kräutern: vormittags.
  2. Die Fliederblüten werden nun ganz sachte abgezupft. Bitte achtet darauf, dass ihr nur die Blüten nehmt und nicht das Grün, der Geschmack könnte sonst darunter leider leiden.
  3. Danach wird das Wasser gemeinsam mit dem Zucker aufgekocht, so dass sich der Zucker schön auflöst.
  4. (dauert ca. 2 Minuten). Abkühlen lassen (handwarm).
  5. Fliederblüten mit der Zitronensäure und den Zitronen obenauf in eine Schüssel geben und das Zuckerwasser draufgießen.
  6. Alles zudecken und dann 5-6 Tage an einem kühlen Ort stehen lassen.  Bei mir  stand er im Kühlschrank, falls das bei euch der Fall ist – achtet darauf, dass der Topf reinpasst, ich musste das erste Mal umfüllen. Ein kühler Keller geht sicher auch.
  7. Zweimal täglich umrühren!
  8. Nach 5-6 Tagen durch ein Mull- oder Leinentuch abseihen und in saubere Flaschen füllen.
  9. Genießen!

Weil immer wieder die Frage aufgetaucht ist: Die Farbe meines Sirups war tatsächlich so rosa. Ich weiß nicht genau, warum meiner so intensiv rosa wurde (und nein, das ist nicht Fotoshop, der sieht tatsächlich so aus!) Ich denke, es hat mit den dunkelrosa Fliederblüten zu tun, und, eventuell auch mit der echten Zitrone. Wenn ich ihn nur mit Zitronensäure mache, wird er blasser. Aber – das letzte ist reine Vermutung!

Übrigens: Vom Geschmack her ost er sehr gewöhnungsbedürftig, da er wirklich recht intensiv nach Flieder schmeckt. Ich trinke ihn selten als Sirup, sondern mische ihn mit Wein oder Sekt. Am liebsten ist er mir allerdings als kleines Mitbringsel, die Leute freuen sich immer sehr darüber. Und, exzessives Fliedersiruptrinken hat Auswirkungen, denn:

Fliedersirup war früher ein altes Hausmittel bei chronischer Verstopfung. Er wirkt leicht abführend. Darum ihn bitte nicht exzessiv genießen, bzw. falls doch, dann nicht wundern, wenn die Darmtätigkeit angekurbelt wird! Früher wurde er außerdem mehr oder minder erfolgreich gegen Würmer und Darmparasiten eingesetzt. Heute ist Fliederessenz sehr beliebt in der Hautpflege.

In der Aromatherapie wird das Fliederöl übrigens zur Beruhigung und gegen Ängste eingesetzt. Außerdem soll es die sensible Seite eines Menschen fördern. Feeling hat welche im Angebot hier. Mein Tipp: Zuerst riechen, bevor man bestellt. Das reine ätherische Öl duftet sehr intensiv. Aber wie auch immer: reine ätherische Öle sind Duftölen immer und jederzeit vorzuziehen.

Das Besondere an Flieder ist, dass er nur einmal in Jahr für zwei bis drei Wochen blüht. Er wirft sich in diesen wenigen Wochen sehr in Schale, kaum ein anderer Strauch wird so wahrgenommen wie er, alleine  sein Duft ist charakteristisch.

17 Apr

Taubnesselsirup

Die Taubnessel mit ihrem süßen Nektar liefert einen köstlichen Sirup. (© Mayr)

Gleich vorneweg: Man kann ihn aus weißen, roten oder gelben Taubnessel zubereiten.

Was braucht man:

  • 1 l warmes Wasser
  • 1 kg Zucker
  • 20 g Zitronensäure
  • 3 Handvoll frische Taubnesselblüten. Ich mache mir die Arbeit und zupfe die einzelnen Taubnesselblüten ab. Das ist noch lange nicht so schlimm, wie beim Löwenzahn, aber es ist schon etwas eine „Fuzzelarbeit“. Aber er schmeckt so viel feiner als mit dem Grün.

Die frischen Blüten und gebe ich in ein weites Gefäß. Ich nehme immer eine große Keramikschüssel. Dann gebe ich das warme Wasser dazu und lasse alles ca. einen Tag stehen.  Dann gieße ich das Ganze durch ein Leinen- oder Strudeltuch in einen Topf.

Der Topf kommt auf den Herd, 1 Kilo Zucker (auf 1 l Flüssigkeit gerechnet! Bleibt einem nach dem Abgießen weniger Flüssigkeit über, dann entweder weniger Zucker nehmen oder noch etwas Wasser dazugeben. Es soll ausgeglichen sein) und 20 g Zitronensäure dazugeben und langsam zum Kochen bringen. Alles soll sich schön auflösen. Nachdem der Sirup aufgekocht ist füllt man das ganze in saubere Flaschen ab.

Am besten nimmt man ganz junge Blüten, die frisch aufgegangen sind.

Fotos folgen! Die letzten sind leider viel zu dunkel geworden.

15 Apr

Purpurrote Taubnessel

(Purpur)rote Taubnessel

Familie: Lippenblütler

Vorneweg muss gesagt sein, dass es bei uns drei heimische Taubnesseln gibt: Weiße, Gelbe und (Purpurr)ote Taubnessel. Während die weiße und gelbe Taubnessel zu den klassischen Heilkräutern zählen und  vor allem bei klassischen Frauenleiden (Blasenkatarrh, Weißfluß, Menstruation) verwendet werden – weiß gehört dabei den jungen Mädchen und gelb den reiferen Frauen – wird die rote Taubnessel oft als Unkraut bezeichnet.  Genau deswegen schauen wir uns sie heute genauer an. Auch ist die Rote Taubnessel meist viel einfacher verfügbar als ihre holden Schwestern.

Die Taubnessel gehört zu den Blumen, die schon im Frühling ihre ganze Pracht entfalten und dann fast das ganze Jahr über blühen. Ich verwende sie fast ausschließlich im Frühjahr, da schmeckt sie einfach besser. Warum heißt sie Taubnessel? Nun ja, die Blätter ähneln denen der Brennnessel – sind aber ohne Brennhaare, also „taub“.

Taubnessel aus meinen Herbarium

Wie erkennt man sie?

Sie wächst gerne in Gruppen an Äckern, Gärten, Wegen, Schuttplätzen, Ödflächen. Ihr Blüten sind purpurrot und wachsen in Etagen übereinander. Die Blätter sind gekreuzt gegenständig, und an den Enden herzförmig gesägt. Sie zeigt Stickstoff an.  Manche sagen sie duftet, andere sagen sie stinkt  – die Geschmäcker sind unterschiedlich.

Was steckt in ihr?

Gerbstoffe und Schleimstoffe. Auch Saponine.

 

Was macht man mit ihr?

Kinder saugen aus den Blüten gerne den Nektar – schmeckt ganz süß. Auch die Bienen sind ganz wild darauf, Taubnesseln dürfen in keiner Bienenwiesen fehlen! Die jungen Blätter kann man auch ganz einfach zum Salat streuen oder aber wie einen Spinat zubereiten – wichtig: bitte vor der Blüte sammeln!

Haben Sie schon einen Sirup aus den Blüten probiert – schmeckt himmlisch, ist aber zugegeben – viel Arbeit.

Rezept hier.

01 Apr

Frühling ist da!

Kaum sind die ersten Knospen aufgesprungen, die ersten Krokusse und Veilchen erblüht, beginnt eine erste, herrlich intensive, Arbeitszeit von uns Kräuterhexen. Wenn alles blüht und wächst, ist natürlich der Drang umso intensiver da, möglichst alles, möglichst viel zu verarbeiten, zu erhalten, für uns Menschen nutzbar zu machen: Küche, Kosmetik, Schönheit.

Dazu kommt aber, dass nicht jedes Kraut gleich Kraut ist. Jedes hat andere Verwendungsmöglichkeiten, andere Sammelzeiten, andere Zubereitungen. Viel muss überlegt werden – am besten und sinnvollsten noch, bevor man mit dem Sammeln loslegt. Deswegen möchte ich euch ein paar Tipps geben, auf was ihr alles achten müsst, bevor ihr rausgeht in die Natur und euch die kostbaren Kräuter mit nach Hause nehmt. Schade, wenn ihr nachher vielleicht was wegwerfen müsst, oder euch schlecht wird – nur weil ich schlecht vorbereitet seid!

Heute die wichtigste Frage:

  1. Welche Pflanze braucht ihr? Was wollt ihr daraus machen?

Es ist zu verlockend, einfach drauflos zu marschieren und hie und dort etwas mitzunehmen, weil – vielleicht kann ich es ja auch gleich brauchen. Schlüsselblume – ah die kann ich trocknen. Oh, dort ist ein Veilchen – perfekt zum Salbenmachen. Und schau, die Blätter des Scharbockskraut sind da – kann ich toll zu einem Salat geben. Besser ist es, sich vorher zu überlegen, was man alles machen könnte. Aber auch hier gilt: Keine zu fixen Ideen haben, die Natur hat immer wieder Überraschungen parat.

Ist es ein gutes Jahr?

Mein Ratschlag ist, aber das werden die meisten sowieso machen – mal zu schauen, was denn heuer besonders gut wächst. Letztes Jahr zum Beispiel war es ein „Lungenkrautjahr“:. Überall in den lichten Auen sah man es blühen: ein blaues und rosa Blütenmeer, soweit das Auge reichte. Das ist nicht unbedingt üblich, es gibt Jahre, da sind sie kaum zu finden. Letztes Jahr war daher klar: Lungenkraut wurde gesammelt und verwertet. Ich habe es hauptsächlich getrocknet und als Tee verwendet – in diesem Winter konnte ich es sehr gut gebrauchen.

Ich kann mich erinnern, letztes Jahr war hingegen absolut kein Johanniskraut-Jahr. Der Juni war schon recht heiß,  das Johanniskraut ist kaum gewachsen und trug nur wenig Öl. Das Öl, das ich daraus gewonnen habe, war recht farblos und wurde leider auch schnell ranzig, was ich eigentlich so gar nicht kenne. Ergo: Letztes Jahr war kein gutes Johanniskraut-Jahr. Ich hätte auf das Öl verzichten können und stattdessen ein Öl aus der Braunelle ansetzen sollen, das ist wie das Lungenkraut reichlich gewachsen. Anwendungstechnisch gibt es kaum einen Unterschied. Manchmal muss man sich auch von seinen fixen Ideen verabschieden und stattdessen immer mit offenen Augen durch die Natur gehen: Sie zeigt einem, was gut ist.

Also immer im Hinterkopf behalten: Was blüht heuer besonders viel? Was wächst reichlich? Das ist es auch, das ihr sammelt sollt.